| DIA verleiht Forschungspreis 2009 |
Die Deutsche Immobilien-Akademie (DIA) an der Universität Freiburg hat gemeinsam mit dem baden-württembergischen Ministerpräsidenten Günther Oettinger und zahlreichen Gästen aus Immobi-lienwirtschaft und Forschung auf der Gewerbeimmobilienmesse Expo Real in München zum elften Mal ihren Forschungspreis verliehen. Die Preisträger sind Katrin Fischer für ihre Dissertation „Lebenszyklusorientierte Projektentwicklung öffentlicher Immobilien als PPP“ und Hannah Schröder-Klings für ihre Diplomarbeit „Online-Gewerbeflächenbörsen als Beitrag zur nachhaltigen Siedlungsflächenentwicklung“. „In der breiten Öffentlichkeit, in der Wissenschaft und in der Politik wird die Immobilienwirtschaft als Branche nur unzureichend zur Kenntnis genommen – und dies trotz rund sieben Billionen Euro Anlagevermögen in deutsche Immobilien“, so DIA-Studienleiter Professor Heinz Rehkugler in seiner Laudatio auf die Preisträger. In Deutschland unterliege die steigende Professionalisierung der Immobilienbranche vielen Einflüssen und Vergleichen aus anderen, insbesondere angelsächsischen Immobilienmärkten. „Der Deutschen Immobilien-Akademie ist es seit Jahren ein besonderes Anliegen, die Immobilienwirtschaft auch in Deutschland als eigenständiges For-schungsgebiet zu etablieren“, so Professor Rehkugler. Die in diesem Jahr ausgezeichneten Arbeiten ragten durch ihre Aktualität, ihre Bereicherung der immobilienökonomischen Forschung und ihren praktischen Nutzen besonders heraus. Lebenszyklusorientierte Projektentwicklung öffentlicher Immobilien als PPP „Die derzeitige Situation im öffentlichen Immobilienmanagement ist da-durch geprägt, dass die einzelnen Wertschöpfungsstufen einer Immobilie nicht optimal aufeinander abgestimmt werden“, stellte Katrin Fischer bei der Vorstellung ihrer Arbeit fest. Aufgrund höherer Kosten und Qualitätseinbußen komme es zu Wertverlusten. Öffentliche Immobilieneigentümer stünden damit vor der Frage, ob es wirtschaftlicher sei, die Leistungen selbst zu erstellen oder durch Private erbringen zu lassen. Bisher herrsche die Variante der Eigenerstellung vor. Public Private Partnership (PPP) als eine alternative Beschaffungsvariante der öffentlichen Hand habe in Deutschland in den vergangenen fünf Jahren jedoch erheblich an Bedeutung zugenommen. Hauptzielsetzung und gleichzeitig Rechtfertigung dieser Variante bestünden darin, nachhaltige Effizienzvorteile gegenüber anderen Beschaffungsvarianten zu generieren. Dies erfordere die Minimierung der gesamten Lebenszykluskosten einer Immobilie bei vorgegebenem Leistungsstandard. Hierfür sei der Planungsprozess bei der öffentlichen Hand zu verändern. Der in der Arbeit entwickelte Value-Management-Ansatz berücksichtige daher neben den Produktions- auch die Koordinationskosten. Er umfasse die drei Bereiche Gestaltung der Vertrags- und Transaktionsbeziehung, operative Kontrolle und strategische Steuerung. Als Basis für eine ergebnisorientierte Leistungsbeschreibung sehe er die Erstellung eines mit den Nutzern abgestimmten Bedarfskonzeptes bestehend aus Nutzungs-, Betriebs- und Raumkonzept vor. Für die Kontroll- und Steuerungsmöglichkeiten während der Vertragslaufzeit biete er Vorschläge, wie Leistungsstandards gesichert, aber auch die Koordinationskosten möglichst gering gehalten werden können. Online-Gewerbeflächenbörsen als Beitrag zur nachhaltigen Sied-lungsflächenentwicklung „Zu den Aufgabenschwerpunkten der Wirtschaftsförderung zählen die Akquisition von externen Unternehmen und die Bestandspflege“, erläu-terte Hannah Schröder-Klings. Als Basis hierfür benötige sie Informatio-nen über die Potenzialflächen innerhalb des Gemeindegebietes. Im Sinne einer nachhaltigen Siedlungsentwicklung gehöre hierzu auch eine systematische Brachflächenerfassung, um die Inanspruchnahme bislang unbesiedelter Flächen möglichst weitgehend zu vermeiden. Online-Gewerbeflächenbörsen böten eine effektive und transparente Möglichkeit, die Angebote der Kommune vorzustellen. Die Börsen stellten dabei eine Plattform für ein gezieltes Standortmarketing dar, das es erlaube, neben den innerörtlichen Potenzialflächen den gesamten Standort als Einheit zu präsentieren. Das Instrument könne von den Kommunen zur Auflösung des Spannungsfeldes zwischen möglichst geringem Flächenverbrauch und der Förderung der positiven wirtschaftlichen Entwicklung der Kommune, durch Ansiedlung auf eigener Gemarkung, eingesetzt werden. Mit Hilfe der Online-Vermarktung könnten damit Vorteile im interkommunalen Standortwettbewerb generiert und gleichzeitig ein Beitrag zur nachhaltigen Siedlungsflächenentwicklung geleistet werden. München, 05. Oktober 2009 |