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Wohnungsmieten im Bayern-Trend:  Werte sind leicht rückläufig bis gleichbleibend

IVD Marktbericht: Trendwende bei den Wohnungsmieten in München: Im letzten Halbjahr keine weiteren Steigerungen

Das IVD-Marktforschungsinstitut des Immobilienverbands Deutschland IVD Süd e.V. hat am 10. Juli 2009 auf einer Pressekonferenz den Frühjahrsmarktbericht „Wohnimmobilien-Mietobjekte“ vorgelegt. „Während die Mietpreise in München bei allen Objekttypen im Jahresvergleich eine steigende Tendenz verzeichnen und im letzten halben Jahr konstant blieben, sind die Werte in Bayern stabil bis leicht rückläufig. Die wirtschaftliche Abschwächung hat durch einen Rückgang der Nachfrage den großen Druck am Kessel des Münchner Mietwohnungsmarkts etwas gedämpft. Dies sollte aber keinesfalls als Signal die Neubautätigkeit zu reduzieren verstanden werden.“, so Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts. „Die Mietpreise für Altbauwohnungen in Bayern haben“, so IVD-Vorstandsmitglied Günther Gültling, „im Vergleich zum Vorjahr um -2,9 % nachgegeben und liegen derzeit bei 6,50 €. In Nordbayern verlief die Preisentwicklung für diesen Objekttyp parallel zur Gesamtbayerischen.“

„Die Veränderung zum Vorjahr lag hier“, so Günther Gültling, „bei -2,1 %.“ In Südbayern blieben die Mieten für Altbauwohnungen stabil bei 7,20 €. Die Folgen der Finanzmarktkrise hatten hierbei einen dämpfenden Einfluss auf das Mietpreisniveau.

Der Mietpreis für Bestandswohnungen bayernweit verzeichnete einen leichten Anstieg um +0,9 % auf 7,10 €. Auch Nord- und Südbayern meldeten Preissteigerungen. Hier legten die Preise um +1,3 % bzw. +4,5 % zu.

Bereits im Frühjahr 2008 lag der Mietpreis für Neubauwohnungen in Bayern bei 8,00 €. Dieser Wert wurde im Frühjahr 2009 bestätigt. Der ermittelte Mietpreis lag in Südbayern bei 8,70 € und in Nordbayern bei 6,50 €.

Bei den Reihenmittelhäusern aus dem Bestand weisen Süd- und Nordbayern im Frühjahr 2009 unterschiedliche Entwicklungen auf. Während Südbayern ein Anstieg von +2,9 % verzeichnet, nahm der Wert für Nordbayern um -2,1 % ab. Im bayerischen Durchschnitt lagen die Mieten für diesen Objekttyp bei 856 €. Eine ähnliche Entwicklung zeigen die Mietpreise für Neubauobjekte. So legten die Werte in Süd-bayern um +6,6 % auf 1.099 € zu. Nordbayern verzeichnete dagegen einen leichten Rückgang von -0,6 %.

Die Mieten für Doppelhaushälften/Bestand bewegen sich in Bayern konstant. Der im Frühjahr 2008 ermittelte Wert von 1.026 € wurde im Frühjahr 2009 bestätigt. In Nordbayern lag die Veränderung zum Vorjahr bei -0,7 %. In Südbayern dagegen ist ein leicht steigender Trend zu verzeichnen. So nahmen die Preise hier um +2,3 % auf 1.134 € zu.

Bei den Mieten für Reihenmittelhäuser/Neubau sind sowohl in Süd- als auch in Nordbayern Mietanstiege festzustellen. So stiegen die Preise in Südbayern um +6,0 % auf 1.265 € und in Nordbayern um +1,2 % auf 896 €. In Bayern lag der Wert im Frühjahr 2009 bei 1.153 €.

In München legten die Mieten für alle Objekttypen und alle Wohnwerte im Jahresvergleich zu. Für den guten Wohnwert zahlt man mittlerweile bei Altbauwohnungen sogar die gleiche Miete je m² wie bei den Neubauwohnungen. Der aktuelle Wert lag im Frühjahr 2009 bei 13,00 €/m². Die Wohnungen aus dem Bestand verzeichnen im Vergleich zum Vorjahr ein Anstieg von +4,3 % und liegen derzeit bei 12,00 €. Betrachtet man jedoch die Entwicklung der Wohnungsmieten zu Herbst 2008, so wies das Mietpreis-niveau keine Steigerungen aus.

Die Mietpreise bei den Reihenmittelhäusern aus dem Bestand ziehen dieses Frühjahr in München ebenso deutlich an (+4,0 %) wie die der neu gebauten Reihenmittelhäuser (+2,5 %). Bei den Doppelhaushälften aus dem Bestand legt der gute Wohnwert im Frühjahr 2009 um +2,8 % zu. Die neu gebauten Doppelhaushälften weisen Anstiege von +3,3 % aus.

Im Einzelnen berichtete Prof. Stephan Kippes, Leiter des IVD-Marktforschungsinstituts, von folgenden Trends:

• Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung lag die Zahl der Baugenehmigungen für Wohnungen in Bayern im Jahr 2008 bei 30.728 (-3,3 % im Vergleich zum Vorjahr). Auch das erste Quartal 2009 hat zurückgehende Zahlen zu verzeichnen. Die Veränderung zum Vorjahreszeitraum lag hier bei -4,0 %. Insgesamt wurden in den ersten drei Monaten des Jahres 2009 etwa 6.609 Wohnungen genehmigt.

• Die Baufertigstellungen liegen in Bayern seit Jahren auf einem sehr niedrigen Niveau. So wurde auch im Jahr 2008 erneut ein Rückgang gemeldet. Insgesamt wurden 31.773 Wohnungen fertig gestellt, ca. 6.560 Wohnungen oder -17,0 % weniger als noch vor einem Jahr.

• Entgegen dem Bayerntrend stieg die Zahl der Baugenehmigungen 2008 in München deutlich an. Im Vergleich zum Vorjahr wurden hier etwa 20,7 % mehr Wohnungen genehmigt als noch im Vorjahreszeitraum.

• Auch Baufertigstellungszahlen verzeichneten in der bayerischen Landeshauptstadt im vergangenen Jahr eine positive Entwicklung. So stieg die Zahl der fertig gestellten Wohnungen um +10,7 %.

• Die Zahl der Privathaushalte steigt in Bayern kontinuierlich an. Die Hauptursache dieser Entwicklung ist der anhaltende Trend zu kleinen Haushalten. Gerade bei den jüngeren und mittleren Jahren bringt der Wandel der Lebensstile mehr Single-Haushalte mit sich als zuvor. Die steigende Lebenserwartung lässt die Zahl kleinerer Haushalte auch im Seniorenalter wachsen.

• In Folge der zunehmenden Haushaltszahlen steigt der Bedarf an Wohnungen, wobei die Entwicklung regional sehr unterschiedlich verläuft. Nach Angaben des Bayerischen Landesamtes für Statistik und Datenverarbeitung ist mit überdurchschnittlichen Zuwachsraten der Bevölkerung und somit mit dem Anstieg der Wohnungsnachfrage insbesondere in den Regionen rund um München, Ingolstadt, Nürnberg, Augsburg, Regensburg zu rechnen.

• Wachstumsregionen Bayerns weisen bereits heute erhebliche Wohnungsengpässe auf, was an den steigenden Mieten sichtbar wird. Am deutlichsten ist diese Entwicklung in den bayerischen Großstädten zu beobachten.


Ansprechpartner: Prof. Dr. Stephan Kippes
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