| BANKGESPRÄCH GEWINNT AN BEDEUTUNG |
Checkliste: Was muss man alles beachten? Die neuen Basel II-Bedigungen sollten Unternehmer nicht als Gängelung der Banken missverstehen. Sie bergen für Selbstständige durchaus die Chance, sich und ihr Unternehmen betriebswirtschaftlich und strategisch nach vorne zu bringen. Kurz gesagt bedeutet Basel II, dass zur Hinterlegung eines Kreditrisikos neue Bestimmungen für die Eigenkapitalanforderungen von Kreditinstituten in Kraft treten. Bis dato, nach den Bestimmungen von Basel I, müssen unabhängig von der Einschätzung des Risikopo-tenzials des Kreditnehmers 8% der Kreditsumme als Eigenkapital hinterlegt werden. Nach den neuen Bestimmungen wird die Höhe des zu hinterlegenden Eigenkapitals in Zukunft nicht mehr konstant acht Prozent betragen, sondern von dem Risiko der entsprechenden Kredite abhängen. Dies wird die Beurteilungskriterien in Richtung qualitativer Faktoren verschieben. Folgende Punkte sollte der Unternehmer fürs Bankgespräch kritisch überprüfen: - Die eigene Branchen-, Markt- und Wettbewerbssituation: Hier zählen die Stärke des Wettbewerbs innerhalb der Branche, eventuelle Wettbewerbsvorteile durch Nischenbildung oder den Aufbau einer Marke, die wirtschaftliche Ist-Situation und langfristige Wachstumspotenziale. Nicht zuletzt spielt die Konjunkturabhängigkeit der Branche eine Rolle. - Die Managementqualität seines Unternehmens: Hier stellen sich Fragen nach dem Durchschnittsalter der Geschäftsleitung und dessen Angemessenheit und nach evtl. Ausfallregelungen für Geschäftsführer und andere Schlüsselpersonen. Außerdem: eine angemessene Nachfolgeregelung, das betriebswirtschaftliche Know-how des Managements, das Branchen-Know-how der Geschäftsleitung, die Zuverlässigkeit der Aussagen des Managements und allg. Zusagen- und Termineinhaltung. - Die Risikoklassen des Unternehmens: Im Gegensatz dazu spielen Risikofaktoren eine wichtige Rolle. Der Unternehmer sollte gerüstet sein, von konjunkturbedingten Umsatzschwankungen über technische Risiken bis hin zu Vertrags- und Kalktüationsrisiken alles zu berücksichtigen, was sich nachteilig auf den Unternehmenserfolg auswirken könnte. - Die privaten Vermögensverhältnisse: Sensibelster Punkt sind die eigenen Vermögensverhältnisse, die man gegenüber der Bank offen legt. Vom eigenen Willen, auch Risiken zu übernehmen, z. B. in Form einer Bürgschaft für den Unternehmenskredit, über die adäquate Absicherung des/der Unter-nehmer(s) für die Altersvorsorge und allgemeine Lebensrisiken, bis hin zu privaten Reserven, muss alles offen gelegt werden. - Die Erfolgspotenziale des Unternehmens: Hier ist interessant, ob im Gesamtüberblick vom Qualitätsmanagement über die Vertriebsstärke bis hin zu Strategie und Planung Erfolgs-poten-ziale existieren. HARTE FAKTEN MIT EINKALKULIEREN Diese einzelnen Punkte werden dann jeder für sich einer Durchschnittswertung unterzogen. Daraus wird eine Gesamtbewertung der weichen, also qualitativen Faktoren des Unternehmens generiert. Diese bestimmt in Zusammenhang mit den „harten" Fakten das Gesamtrating und damit das Kreditrisiko. Vollständige Unterlagen erforderlich. Die harten Fakten setzen sich zusammen aus einem kostenrechnerischen Teil, also der BWA und der Kostenstellenrechnung, und den Umsatzauswertungen in den Punkten Kapital- und Vermögensstruktur, Rentabilität, Liquidität und Personal. Auch offene Posten, also Debitoren und Kreditoren, spielen eine maßgebliche Rolle. Quelle: http://www.finanztip.de/ |