Versicherungen gegen Mietnomaden - nicht für jeden Vermieter sinnvoll

• IVD Mitte-Ost rät: Abschluss muss wohl überlegt sein • Versicherung für Privat-Vermieter eher sinnvoll • Verwaltungen profitieren von Verbandsmaklern
Versicherungen gegen Mietnomadentum werden aktuell zahlreich angeboten. Mit einer derartigen Police soll der Vermieter vor Mietausfällen geschützt und ihm die finanzielle Belastung, die beispielsweise durch eine verwüstete Wohnung entsteht, abgenommen werden. Der Immobilienverband Deutschland Mitte-Ost (IVD Mitte-Ost) rät vor dem Abschluss eines derartigen Angebotes zur kritischen Prüfung.
„Die Leistungen in den Verträgen variieren und nicht immer bekommt man für das gleiche Geld auch den gleichen Schutz. Hier sollten Vermieter zweimal hinschauen“, sagt Karl-Heinz Weiss, Regionalvorsitzender des IVD Mitte-Ost. Zudem lohne sich nicht für jeden Vermieter diese Form der Versicherung. Auch müsse man bedenken, dass Betrüger und Messies zwar eine äußerst ärgerliche Angelegenheit sind, aber glücklicherweise in Sachsen und Sachsen-Anhalt eher eine Randerscheinung darstellen.
So registrierte beispielsweise der IVD Mitte-Ost in einer Mitgliederbefragung 233 Fälle von Mietnomadentum im Zeitraum von 2004 bis 2009. Ähnliche Zahlen gibt es auch vom Freistaat Sachsen. Das Bundesland hat von 2003 bis 2005 die Räumungsklagen von vier Amtsgerichten unter die Lupe genommen. Bei insgesamt 646 ausgewerteten Verfahren – Klagen, bei denen die Kündigung mit Zahlungsverzug begründet wurde – gab es in 40 Fällen Anhaltspunkte für Mietbetrüger. „An diesen Zahlen zeigt sich, dass die angebotenen Versicherungen eher etwas für Privatpersonen sind, die durch einen Mietausfall vor dem finanziellen Ruin stehen würden“, so der Regionalvorsitzende. Denn oftmals dauere es bis zu einem Jahr, bis ein Mietpreller durch den Rechtsweg aus der Wohnung gedrängt werden kann. Weiss: „Zum Einnahmeausfall kommen oftmals noch Renovierungskosten für die völlig verwüstete Wohnung. Wer dieses Geld zum Beispiel für die Abbezahlung eines Kredites benötigt, tut gut daran versichert zu sein.“
Hausverwaltungen mit großen Wohnungsbeständen werden hingegen die Versicherungen kaum in Anspruch nehmen. Bei Kosten bis zu 100 € pro Jahr, um eine Wohnung zu versichern, entsteht hier sehr schnell einen sehr großer Kostenblock, der in keinem Verhältnis zum Nutzen steht. „Hier ist es ratsam, entsprechende Vorsichtsmaßnahmen aufzustellen und diese konsequent anzuwenden. Das Einholen einer Schufa-Auskunft, die Aushändigung der Wohnungsschlüssel erst nach Zahlung der Kaution sowie der Einsatz eines professionellen Maklers sind wichtige Grundvoraussetzungen, um Schäden zu vermeiden“, sagt Karl-Heinz Weiss.
So führe beispielsweise der IVD Mitte-Ost regelmäßig Schulungen durch, um das Fachwissen der eigenen Mitglieder weiter zu erhöhen. „Als professionelle Makler tragen wir eine hohe Verantwortung für unseren Auftraggeber. Wir haben den Erstkontakt zum zukünftigen Mieter und müssen zeitnah entscheiden, ob ein seriöses Interesse vorliegt. Im Zweifelsfall raten wir dazu, lieber den Leerstand einer noch etwas hinzunehmen, anstatt langwierige Rechtsstreitigkeiten zu riskieren.“






















